...schon lange wollte ich mal meine Erfahrungen dazu aufschreiben, weil es ja vielleicht auch für den ein oder anderen von Euch interessant sein könnte.
Seit August 2012 drücke ich Zwei Mal die Woche die Schulbank, um eine Weiterbildung zur Heilpädagogin zu machen.
Am Anfang meiner Ausbildung habe ich noch als Erzieherin gearbeitet und meine Stunden auf 30 reduziert. Ich habe also 3 1/2 Tage die Woche in der Kita gearbeitet, bin jeden zweiten Donnerstag zur Schule gefahren und jeden Freitag. Die nächste Woche dann Freitag und Samstag.
Dann bin ich letztes Jahr (übrigens war das so gewollt ;-)..) schwanger geworden.
Wir haben lange hin und her überlegt, wann wir das erste Kind bekommen möchten.
Wir wollten immer früh Eltern werden und der Zeitpunkt war für uns beide perfekt.
Schon am Anfang stand allerdings fest.. erst das Kind, dann die Schule.
Würde es also organisatorisch, gefühlsmäßig oder warum auch immer, nicht klappen, hätte das Kind Vorrang gehabt und ich hätte ein Jahr Pause gemacht. Die Ausbildung hätte dann erstmal hinten an gestanden. Trotzdem wollte ich sie natürlich abschließen.
Wir wussten allerdings von Anfang an, dass wir in jedem Falle die Unterstützung unserer Familien haben. (Die aber leider im Moment noch 1 Stunde Fahrtzeit entfernt wohnen).
Ich war also schwanger und sagte bis zu den Sommerferien erstmal nichts in der Schule.
Außer zwei Lehrern..und meinen drei liebsten Mitschülern.
Nach den Ferien kam ich mit einer Riesenkugel wieder und die Augen wurden groß :-D
So richtig damit gerechnet hat nämlich niemand. Und auch sonst wusste keiner von unseren Plänen. Weder Familie, noch Freunde. Im Nachhinein bin ich sehr froh darüber, alles so "heimlich" geplant zu haben. So konnte uns niemand in unsere Entscheidung hinein reden.
Als ich schwanger war, musste ich aufgrund meines fehlenden Immunschutzes gegen Cytomegalie sofort aufhören zu arbeiten und war neun Monate lang im Beschäftigungsverbot.
Ich hatte genug Zeit für die Schule und bin bis kurz vor dem ET im Dezember zur Schule gefahren.
Als der Kobold dann auf der Welt war, habe ich erst einmal für 2 Monate ausgesetzt. Zum Glück habe ich sehr verständnisvolle Lehrer und tolle Mitschüler, so dass ich diese Zeit gut nacharbeiten konnte.
Im März bin ich dann wieder eingestiegen, habe einige Klausuren nachgeschrieben und konnte mich gut wieder einfinden. Bis Mai hat der Papa seine Stunden reduziert und seine Elternzeit genommen.
So konnte er die erste Zeit in der Zeit zuhause sein, in der ich in der Schule war.
Ich habe übrigens in der Zeit abgepumpt und hatte immer eine Kühltasche, meine Milchpumpe und ein paar Fläschchen mit in der Schule.
Hier habe ich bereits darüber geschrieben.
Die erste Zeit war das okay so. Irgendwann wurde mir das Pumpen aber sehr unangenehm, weil die Milchbildung jedes Mal stark angeregt wurde.
Also beschloss ich nach 7 Monaten abzustillen. Vermutlich hätte ich unter anderen Umständen noch weiter gestillt, aber es war okay. Für mich und für den Kobold. Er war ja daran gewöhnt aus der Flasche zu trinken und akzeptierte das Ganze sehr schnell.
In der Zeit, in der ich in der Schule bin, ist der Kobold bei einer seiner Omas.
Die Fahrerei ist anstrengend, aber machbar.
Die Omas freuen sich immer sehr auf diese Tage und der kleine Mann sowieso :-)
Klar, es gibt auch Wochen, die wirklich stressig sind..
Besonders die Klausurenphasen. Aber es geht immer. Irgendwie.
Mittlerweile bin ich im letzten Jahr meiner Ausbildung und die Prüfungen rücken immer näher.
Ich bin guter Dinge und freue mich schon darauf, nächstes Jahr mein Zeugnis in den Händen zu halten.
Und ich freue mich darauf, den Leuten, die unsere Entscheidung angezweifelt haben, dieses Zeugnis vor die Nase zu halten und damit zu wedeln ;-) Natürlich mit einem glücklichen Kind auf dem Arm.