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Dienstag, 13. Mai 2014

Über das Stillen und Abpumpen.

Ich wollte unbedingt stillen. 
Das wusste ich schon in der Schwangerschaft. 
Viel habe ich über das Thema gelesen und mich schlau gemacht. 
Aber neben der Vorfreude kam auch Angst auf. Schaffe ich das? 
Kann ich so viel essen, um noch ein kleines Menschlein mitzuversorgen? Tut stillen nicht weh?
Wie mache ich das, wenn ich in der Schule bin? Ein Mal die Woche die Flasche? oder Fertignahrung? 
Lässt sich das alles vereinbaren?
So viele Fragen.

Als ich den Kobold nach der Geburt angelegt habe, passierte erstmal nichts. Es kam nichts. Mittlerweile weiß ich, dass der Milcheinschuss erst am dritten Tag passiert und das anfängliche Nuckeln nur der Milchanregung dient.
Die ersten Tage waren sehr anstrengend für uns. Er wurde einfach nicht satt und war unzufrieden.
Das Stillen zeigte mir niemand so recht. Anhand einer Broschüre wurde mir halbherzig erklärt, wie ich meine Brust zu massieren hatte, damit die Milchbildung angeregt wird.
Lesen kann ich selber, hab ich gedacht.
Alle paar Stunden versuchte ich also mein Glück. Es funktionierte einfach nicht.
Dazu kam, dass ich körperlich so erschöpft war, dass ich nicht aufstehen konnte und dementsprechend nur im Liegen gestillt habe.
Irgendwann am dritten Tag schoss die Milch ein. Im warsten Sinne des Wortes. 
Meine Körbchengröße hatte sich vervierfacht und ich hatte Schmerzen.
Kühlen dürfe ich nicht, hat mir die Krankenschwester gesagt. Ist klar.
Die Hebamme sagte mir glücklicherweise was anderes und besorgte mir Kühlpads.
Dann noch die sehr starken Nachwehen, weil sich meine Gebährmutter in rasendem Tempo wieder zusammen zog.
Im Stillzimmer versuchte ich es immer wieder. Und irgendwann hatte ich das Gefühl, dass es besser wird. Aber vorstellen, dass es richtig klappen würde, konnte ich mir nicht.
Außerdem drehte man mir sofort ein Stillhütchen an mit den Worten: "Damit klappt es bestimmt."
Für den Anfang war das auch die richtige Entscheidung, aber nach ein paar Wochen zuhause wollte ich das Ding los werden. So unhygienisch, ständig war das Ding weg. Und unpraktisch war es noch dazu.
Gar nicht so einfach, denn der kleine Kobold hatte sich schon sehr daran gewöhnt und auch ich hatte Angst vor Schmerzen.
Jeden Tag kämpften wir einen kleinen Ohne-Stillhütchen-Kampf, der meist mit Gebrüll endete.
Aber irgendwann wurde es besser.

Ein paar Wochen, nachdem ich zuhause war, ging es mir dann von einem Tag auf den anderen sehr schlecht. Erst Milchstau, dann Brustentzündung. Und das zwischen den Feiertagen.
Unsere Hebamme kam jeden Tag vorbei. Zum Glück. Und es wurden so ziemlich alle Hausmittel ausprobiert, von denen wir irgendwo gehört hatten. Quark, Retterspitz, Weißkohl, diverse Globuli..
Nach zwei Tagen hohem Fieber, zeigte sich Besserung. 
Inzwischen war ich sehr schlapp und hatte deutlich abgenommen. 
In diesen Tagen habe ich, immer im Gespräch mit meiner Hebamme, weiter gestillt. 
Und das Fieber sank.
Nach zwei Tagen kam es dann wieder. Nochmal die gleiche Geschichte. 
Ich lag nur im Bett und fühlte mich so schlecht. Wieder die gleiche Prozedur. 
Nach dem dritten Mal Fieber in Folge, ging ich dann abends zu meiner Frauenärztin und bekam Antibiotika verschrieben. Meine größte Sorge war, dass ich abstillen müsste. 
Ich bekam jedoch Antibiotika, die nur in ganz geringen Mengen in die Muttermilch übergeht.
Und siehe da, das Fieber ging zurück und ich wurde langsam wieder fit. Nach und nach wurden wir zu einem guten (Still-) Team und wir schafften es auch ohne Stillhütchen zu stillen.
Und was soll ich sagen? Der schwere Weg war genau der Richtige.
Wir lieben das Stillen und der Kobold entwickelt sich prächtig.
Er war bisher noch kein einziges Mal krank und auch der Kinderarzt war begeistert von seiner Gewichtszunahme.

Meine Bedenken zum Thema "Schule und Stillen" haben sich auch erledigt.
Die Schule ist nur an 1 1/2 Tagen in der Woche und in dieser Zeit pumpe ich ab. Mit einer elektrischen Milchpumpe von medela, die ich übrigens jedem, der nicht immer da sein kann, sehr empfehlen kann.
140 Euro ist nicht unbedingt ein Schnäppchenpreis, aber alle, die schon mal mit der Hand Muttermilch gepumpt haben, wissen wie anstrengend das auf Dauer sein kann ;-)
Passend dazu habe ich diese Kühltasche gekauft, um die Milch sofort kalt zu stellen. Der Kobold bekommt dann an den Tagen, an denen ich nicht da sein kann, die abgepumpte Milch aus dem Fläschchen. Entweder vom Papa oder von der Oma.
Ende gut, alles gut.
Durchhalten lohnt sich!


edit: und wieder mal wird mir bewusst, wie wichtig eigentlich unsere Hebammen sind...
was hätte ich ohne sie gemacht?

Dienstag, 11. Februar 2014

Wiegetuch.

... wie einige von Euch sicher wissen, 
habe ich mich für die Geburt unseres Kobolds für eine Beleghebamme entschieden. 
Als wir, nach längerer Suche wegen dem ungünstigen ET (24.12) endlich eine gefunden hatten, 
war ich guter Dinge. Das Erstgespräch verlief vielversprechend und meine anfängliche Unsicherheit verschwand mit der Zeit. Die Vorsorgetermine waren sehr entspannt und alles lief, so wie ich mir das gewünscht hatte. Dann, zwei Monate vor dem ET erfuhr ich, dass das Krankenhaus, in dem wir entbinden wollten, schließen sollte. Die Versicherung der beiden Chefärzte war zu teuer.
Und das lohnte sich wohl nicht in so einem kleinen Krankenhaus. 
Auch die angestellten Hebammen und Krankenschwestern waren also ihre Jobs los. 
Und ich mein Wunschkrankenhaus. Mann, was hab ich geheult. Da stell ich mich monatelang auf dieses Krankenhaus ein und dann sowas. Die Unsicherheit war wieder da. Ein paar Tage hieß es dann, mit Beleghebamme könnte ich noch bis zum Ende des Jahres in dem Krankenhaus entbinden und ich war erstmal erleichtert. Tja, und dann kamen die Wehen. Hebamme angerufen. Und was sagt sie? 
Nein, es geht leider doch nicht mehr! (das wusste sie allerdings auch erst seit ein paar Stunden)
Aber sie würde auf jeden Fall vorbei kommen und nach mir schauen. Das hat sie dann auch getan. 
Und mich beruhigt. Zwei Stunden später sind wir dann also in ein anderes Krankenhaus gefahren, das wir uns zum Glück einige Wochen vorher vorsorglich noch angeschaut und uns angemeldet haben. 
Dort angekommen, waren wir glücklicherweise auch die einzigen im Kreissaal. 
Wir durften uns sogar einen aussuchen und hatten die Hebamme dort ganz für uns. 
Letztendlich hat dann doch alles noch sehr gut geklappt. um vier waren wir im Kreissaal und um kurz nach 7 schon zu dritt. 
Trotz der unglücklichen Umstände, bin ich jedenfalls unendlich froh, eine so gute Betreuung gehabt zu haben.
Und finde es sehr schade, dass es sowohl den Ärzten, als auch den Hebammen versichrungstechnisch so schwer gemacht wird...

 Um mich für die tolle Arbeit zu bedanken, habe ich unserer lieben Hebamme 
(die leider letzte Woche zum letzten Mal bei uns war) ein Wiegetuch genäht.
Schnitt von hier
 und mit diesem mache ich das erste Mal mit beim Creadienstag.