In meiner gesamten beruflichen Laufbahn als Erzieherin wurde ich mit
Erziehungskonzeptionen bombadiert..
Montessori, Reformpädagogik, Waldorf... Die Liste ist lang. Ich habe in verschiedenen Einrichtungen gearbeitet und hospitiert. Ich habe Fortbildungen besucht, unter anderem einen Grundkurs zur Montessoripädagogik. Auch die Waldorfpädagogik habe ich kennen gelernt.
Und jetzt stehe ich hier in meinem Pädagogen-Erziehungskonzepte-Dschungel und es beginnt mein bisher größtes Abenteuer.. Die Erziehung meines Kindes.
Das Wort Erziehung löst in mir erstmal einen kleinen Schauder aus. Immer noch ist es in gewisser Weise altmodisch besetzt. Erziehung zu Zeiten meiner Eltern und Großeltern hieß Pflichtenerfüllung, Gehorsamkeit und in schlimmsten Falle sogar ein Hieb mit dem Rohrstock.
Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei..
Mittlerweile zählen andere Werte. Selbstbestimmtheit, Autonomie, Konfliktfähigkeit und für mich das wichtigste Ziel überhaupt: ein gesundes Selbstbewusstsein..
Das Stichwort Resilienz hat besonders jetzt in meiner Weiterbildung zur Heilpädagogin den größten Stellenwert überhaupt.. Und das ist gut so. Denn da liegt für mich der eigentliche Sinn der Erziehung. Resilienz bedeutet (psychische) Widerstandsfähigkeit. Eine gute Bindung als Grundlage für die weitere Entwicklung. Endlich weg von den klugen Aussagen vom Schreien lassen, um die Lungen zu stärken und verwöhnen..
Es gibt verschiedene Arten des Vewöhnens, Dinge die gut tun und sicherlich auch ein (materielles) Verwöhnen, das kritisch zu betrachten ist.
Aber was soll schlimm daran sein, auf die Signale seines Kindes zu achten und darauf zu reagieren?
Ein Baby schreit, weil es nicht in der Lage ist, sich zu artikulieren und seine Bedürfnisse zu äußern.
Die Natur hat es so eingerichtet, dass ein Baby auf die Reaktionen und die liebevolle Füsorge seiner Eltern angewiesen ist.
Die ersten Lebensmonate sind so unglaublich entscheidend, denn hier beginnt der Bindungs- und Beziehungsaufbau. Eine sichere Bindung gewährleistet eine mutige und selbstbewusste Art und Weise die Welt zu entdecken. Ohne ständige Rückversicherung und auf der Basis des Grenzenlosen Vertrauens.
Und diese Art der Erziehung ist meiner Meinung nach die einzig richtige. Erziehung nach Gefühl, unabhängig von gut gemeinten Ratschlägen, Konzeptionen und Lehrbüchern.
Wer auf seinen Bauch hört, macht alles richtig.
Und genau das ist mein Ziel.. ein glückliches Kind, das zu sich und seinem Handeln stehen kann.
Gerade heutzutage besonders wichtige Eigenschaften, wenn man an Dinge wie Mobbing, den immer größer werdenen Leistungsdruck und daraus resultierende (psychische) Krankheiten denkt.
Trotzdem werde ich natürlich viele konzeptionelle Ansätze in unseren Alltag einbringen.. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Gerade in der Montessoripädagogik geht ja viel um Eigenständigkeit und Selbstbestimmtes Handeln.
Naja, genug mit dem Gerede ...Das ist wohl eine Pädagogen-Berufskrankheit ;-) schließlich heißt es nicht umsonst: Die Pädagogen- Kinder sind die schlimmsten ;-)
Wir werden sehen was passiert..
Jaja, die Pädagogenkinder. :D
AntwortenLöschenÜber das Thema könnte ich auch Seitenlang schreiben. Ich zieh mir überall ein bisschen raus, Montessori finde ich super wegen der Erziehung zur Selbstständigkeit.
Wegen meiner "bindungsorientierten Begleitung" (Erziehung kann man da ja nicht nennen im ersten Jahr) werde ich von der Verwandtschaft manchmal belächelt, aber uns gehts gut damit. :D
Liebe Grüße!
bindungsorientierte Begleitung.. das klingt mal gut :)
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